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Auf dieser Seite möchte ich das Ende mal an den Anfang stellen: Die beste Therapie für unsere Tropheus ist eine ordentliche Pflege. Ganz wichtig an dieser Stelle ist die richtige Fütterung.
Grundsätzlich können Tropheus von allen Fischkrankheiten befallen werden. Die "normalen" Krankheiten, wie Ichtyo o.ä., wird jeder erfahrene Aquarianer schnell in den Griff bekommen. Darum will ich an dieser Stelle nicht darauf eingehen. Dem Tropheuspfleger bereiten viel mehr die Erkrankungen des Verdauungstraktes sorgen. Einzeller und Bakterien, die für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich sind, sind ständig vorhanden. Wird der Fisch übermäßigen Stress ausgesetzt, kommt es zu einer Massenvermehrung und der Fisch wird krank. Die Symptome können sich wie folgt äußern:
Nach meiner Ansicht entstehen Krankheiten in erster Linie durch Stress oder falsche Ernährung. Stress kann durch folgende Umstände entstehen:
Nach meinen Erfahrung liegt neben einer Erkrankung des Verdauungstraktes oftmals ein bakterieller Befall vor. Dieser tritt häufig als Sekundärinfektion auf und schwächt die Tiere zusätzlich. In diesem Fall müssen beide Erreger gleichzeitig behandelt werden.
Gegen Bakterien hilft ein Antibiotikum. Eine Temperaturerhöhung ist nicht ratsam, da die höhere Temperatur mehr den Bakterien hilft als unseren Fischen. Doch Vorsicht bei mehrfachem Einsatz des gleichen Mittels können Resistenzen auftreten. In allen freiverkäuflichen Mitteln (Zoofachhandel) ist stets derselbe Wirkstoff enthalten (Nifurpirinol). Bei zu häufiger Anwendung werden die Bakterien resistent und das teure Medikament wirkt einfach nicht mehr. Darum kann die Konsultation eines Tierarztes oder veterinärmedizinischen Dienstes, der sich mit Fischkrankheiten beschäftigt, sehr hilfreich sein. Hier bekommt man auch eine entsprechende Behandlungsanleitung.
Gegen die Darmparasiten hilft Metronidazol in der Dosierung 400-500 mg / 100 Liter Aquarienwasser (gerechnet auf den Nettoinhalt). Der Wirkstoff Metronidazol vernichtet die Darmparasiten nicht vollständig, sondern schwächt sie nur. Der Fisch ist damit in der Lage sich selbst gegen die Parasiten zu wehren. Eine Wiederholung der Behandlung mit Metronidozal nach ca. 5-7 Tagen ist ratsam. Der Behandlungszeitraum beträt 5 Tage, sonst hilft das Mittel nicht. Anschließend wird ein Teil des Wassers (ca. 50%) erneut und über Aktivkohle gefiltert.
Abschließend noch einige Tipps zur Vermeidung von Krankheiten:
Mein erster Tipp, hat man einmal einen gut harmonierenden Stamm aufgebaut, soll man an diesem und seinem Umfeld möglichst wenig Veränderungen vornehmen. Auch kleine Veränderungen, wie zum Beispiel Änderungen an dem Beckenaufbau, Hinzusetzen von anderen Tropheus-Gruppen können nicht abschätzbare Folgen nach sich ziehen.
Das tägliche Beobachten der Tiere sollte Pflicht sein. Im Ernstfall kann rechtzeitiges Eingreifen das Überleben der Gruppe sichern. Hier meine Checkliste:
Da man über die bei Tropheus-Arten bekannten Darm-Probleme und die Infektion mit Bakterien oder Einzellern meist im Dunkeln herumstochert und nicht recht weiß um welche Art es sich handeln könnte, empfiehlt es sich ein akut erkranktes Tier an einen Tierarzt oder ein Labor (Anlaufstellen) zu geben um eine exakte Krankheitsanalyse zu erhalten. Auch eine Kotprobe kann für die Untersuchung herangezogen werden. Damit kann ein wirksames Antibiotikum für die Behandlung der Tiere gefunden werden.
Unter anderem ist auch eine zu schnelle Umstellung des Futters ein Problem. Wichtig ist die Tiere langsam an neues Futter zu gewöhnen, besonders beim Neuankömmlingen. Beim Kauf erkundige man sich welches Futter der Züchter oder Händler bisher gegeben hat. Verwendet man selbst anderes Futter, dann also erst mal das bisherige Futter weiter geben und dann langsam umstellen.
Als Futter nur hochwertiges Markenfutter mit hohen Spirulinaanteil verwenden. Von billigem Futter, vielleicht noch ohne Inhaltsangabe, sollte man die Finger lassen.
Ich füttere meine Fische mit O.S.I.-Spirulina und Tetra-Phyll-Flocken. Die Tiere fressen es als Hauptfutter sehr gerne, Verdauungsprobleme sind selten und lassen sie sich durch einen Tag Essenspause gut wieder in den Griff kriegen. Zusätzlich gebe ich viel Grünfutter.
Kürzlich erhielt ich noch einen interessanten Tipp. Kauft man neue Fische und die Neuankömmlinge werden zu einer bestehenden Gruppe gesetzt dann:
Damit soll es zu keinerlei Krankheitsproblemen kommen. Nachzuvollziehen ist es insofern, das es zu keiner Infizierung durch Kot kommen kann, da die Tiere ja nichts gefressen haben. Tropheus nehmen schließlich alles ins Maul was irgendwie durchs Aquarium schwimmt. Wenn das mal jemand ausprobiert, würde ich mich über ein Rückmeldung per E-Mail freuen.
Anmerkung: Die Tiere sollten akut erkrankt sein, aber dennoch lebend zu einer solchen Untersuchungsstelle gebracht werden, weil viele Krankheitserreger schnell absterben, wenn der Wirt stirbt. Die Preise sind gemessen am Preis eines ausgewachsenen Tropheus durchaus im Rahmen und liegen im Regelfall unter 100.- DM, genaueres kann aber man aber vor einer Untersuchung erfragen.
Diese Seite ist aus eigener leidvoller Erfahrung entstanden. So wohl sich unsere Stämme auch augenscheinlich in unserem großen Aquarium gefühlt haben mögen, es bleibt dem menschlichen Auge wohl manchmal verborgen, ob das Sozialgefüge ins Wanken kommt und sich ein Krankheitsherd ausbreitet wie eine Seuche.
In unserem Fall kostete das 22 von ehemals 45 Beckenbewohner das Leben, den neunten habe ich übrigens zu einer genaueren Untersuchung in ein Labor gebracht (siehe Tipp 2).
Auch Tropheus-Barsche sind nicht vor den typischen Fischkrankheiten gefeit, zeigen aber zusätzlich noch einige andere typbezogene Sorgen:
Erkrankungen durch Überhandnahme von Parasiten/Bakterien - bei unserem großen Fischsterben erkrankten nacheinander 22 Tiere, die Symptomatik war immer gleich - Absonderung der Tiere, Freßunlust, Schnappen nach Luft, dieses ging ungefähr eine Woche, dann verstarben die Tiere. Eine genauere Untersuchung beim Fischgesundheitsdienst in Hannover brachte dann Gewissheit, die Tiere waren über Maßen mit Bakterien infiziert mit denen sie normalerweise im Einklang leben. Die vorgeschlagene Therapie mit einem speziellen Antibiotikum schlug nach 2 Tagen an und rettete damit allen übrigen Beckenbewohnern das Leben. Als Auslöser dieser Krankheit vermuten wir schlicht Stress der Tiere durch Hinzufügen einer neuen Gruppe.
Verpilzungen, können nach Bissverletzungen an den entzündeten Hautstellen oder den Flossen vorkommen. Als Präventivmaßnahme haben sich leichte Meersalz-Zugaben sehr bewährt (1 1 ½ Teelöffel auf 100 Liter Wasser, bei jedem Wasserwechsel entsprechend nachdosieren). Man sollte in diesem Zusammenhang beachten, dass Wasseraufbereiter und Salz sich gegenseitig ausschließen sollten, da die Aufbereiter die guten Inhaltsstoffe des Salzes teilweise binden und damit neutralisieren.
Magenerkrankungen, erkennbar an den aufgetriebenen Bäuchen, werden meist durch zu fettreiches und ballaststoffarmes Futter, oder einfach nur durch zu einseitige Ernährung verursacht.
Darmparasiten und allgemeine Störungen des Verdauungstraktes - der Kot der Tiere spiegelt farblich normalerweise das Futter wieder, bei Parasitenbefall ist der Kot lang und durchsichtig, die Tiere zeigen Schürfbewegungen am Bodengrund und an Steinen (in Maßen ist das Schürfen allerdings normal, z.B. bei Verletzungen etc.).