Tropheuspflege

Stand: 14.11.2005


 
 
 
 
 

Da die Tropheus im Tanganjikasee ein sehr sauberes Wasser vorfinden, sollte man sich wöchentlich die Mühe machen einen Wasserwechsel durchzuführen. Ich tausche wöchentlich ca. 40 % des Wassers gegen Frischwasser aus. Die Menge hängt im Einzelfall von der Wasserqualität vor dem Wasserwechsel, hier muss man mal testen, und dem Fischbesatz oder besser der Fütterung ab. Dabei ist es natürlich unabdingbar, dass das Frischwasser den Wasserwerten des Tanganjikasees zumindest nahe kommt. Ganz wichtig ist der ph-Wert, er muss zwingend über 7 besser über 7,5 liegen. Die Fische werden es mit allgemeinem Wohlbefinden, Aktivität und Farbenpracht danken.

 
 

Die Temperatur im Becken sollte nicht unter 24 Grad liegen. Im Tanganjikasee fällt die Temperatur innerhalb der ersten 50 m nur um 1 Grad. Aus diesem Grund sollten auch im Becken konstante Temperaturverhältnisse vorherrschen und keine starken Temperatursprünge (z.B. beim Wasserwechsel) vorkommen. Jahreszeitlich gibt es allerdings Schwankungen in der Wassertemperatur, die man für eine artgerechte Haltung ebenfalls berücksichtigen kann. Der Tipp eines erfahrenen Züchters an einen Freund lautete, dass bei hohen Temperaturen (28-29 Grad nicht übersteigen!) das Verhältnis Männchen zu Weibchen bei den Nachzuchten ausgeglichener ist.  An der Temperaturuntergrenze sollen mehr Männchen das Licht der Welt erblicken. Ob es stimmt wäre interessant.

Kachese red
 

Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Tiere nicht in der x-ten Generation nachgezogen sind (da kann schon mal zu farblich schlechteren Tieren führen) - also empfiehlt es sich, wenn möglich, einen Blick auf die Elterntiere zu werfen. Ich beobachte die Fische möglichst lange und lasse mir das Füttern zeigen. Gesunde Tiere werden gierig fressen, kranke das angebotene Futter verschmähen. Fressen die Tiere nicht heißt, es Hände weg oder man wird es später bereuen. Die Flossen sollten ohne Ausfaserungen und das Wasser klar sein. Sehr merkwürdig ist es immer, wenn ein privater Händler zwar massenhaft Jungfische zum Verkauf anzubieten hat, aber man niemals Elterntiere zu Gesicht bekommt.

 

Ein wichtiges Kriterium für die erfolgreiche Pflege ist die Gruppenstärke. Beim Neukauf ist es empfehlenswert eine große Gruppe, etwa 15 Tiere, zu erwerben. Eine starke Besatzdichte wird später die Aggressionen mindern. Es gibt auch Populatinen bei denen selbst 15 Tiere noch keine ausreichende Sicherheit darstellen. Kauft man Jungtiere werden die Rangordnungskämpfe zeitig ausgeführt und man erhält später eine eingespielte Gruppe.

 

Ein weiteres interessantes Thema ist die Vergesellschaftung von Tropheusarten.  Meiner Meinung nach sollte man Tropheus nur mit Fischen vergesellschaften die gleiche Verhaltens- und Ernährungsgewohnheiten haben. Das sind im Idealfall andere Aufwuchsfresser. Zu beachten ist hier jedoch das Petrochromis und Simochromis geräumigere Becken benötigen als das für die Tropheuspflege angegebene Mindestmaß.

Im Tanganjikasee finden wir einige Cichlidengattungen die für eine Vergesellschaftung geeignet sind, z.B.:

  • Eretmodus, Tanganicodus und Spathodus
  • Petrochromis
  • Simochromis und Pseudosimochromis
  • Aufwuchsfresser aus dem Malawisee
 

Für machen Tropheuspfleger stellt sicher auch die Aggression der Tiere ein Problem dar. Patentreife Lösungen gibt es nicht. Gut "funktionieren" immer große Gruppen, aber auch die paarweise Haltung hat schon Erfolg gezeigt. Vor einiger Zeit pflegte ich ebenfalls nur ein Paar Tropheus duboisi in meinem Becken. Hier verhielt sich das Männchen deutlich friedlicher als vorher in einer großen Doboisi-Gruppe. Natürlich schwimmen noch andere Tropheus mit im Aquarium. Für einige Tropheus brichardi sind ähnliche Beobachtungen bekannt. Auch art- und gattungsfremde Fische tragen zur Aggressionsminderung bei, ebenso ist eine versteckreiche Einrichtung des Beckens meiner Meinung nach vorteilhaft.

 

Tropheuszucht

Ikola

Sind die Verhältnisse im Aquarium in Ordnung und die Tiere alt genug, wird sich früher der später Nachwuchs einstellen. Für die Zucht ist, wie schon erwähnt ein ausreichend großer Zuchtstamm erforderlich, der je nach Art zwischen 15 und 40 Tieren liegen sollte - eine entsprechend großes Aquarium vorausgesetzt. Die schönsten Nachzuchten sind dabei farblich sicherlich die F1-Nachzuchten (1.Generation nach den Wildfängen). Sie haben vor allen Dingen den Vorteil, dass sie bei weitem nicht so scheu und krankheitsanfällig sind wie die Elterntiere selbst.

 

Viele Züchter nehmen den Weibchen nach einiger Zeit die Eier weg, um so keine Jungfische zu verlieren. Ich lasse meine Weibchen selbst austragen. Dabei kann ich wunderbar die fürsorgliche Brutpflege der Weibchen beobachten. Ein weiterer Vorteil der natürlichen Aufzucht liegt auf der Hand: Die Nachzuchtweibchen halten ihre ersten Bruten besser als Ausgeschüttelte, sie brauchen dafür nicht etliche Versuche.

 

Ein Erkennungsmerkmal für Degenerierung ist das Verschwinden des roten-braunen Saumes (je nach Art können das auch nur Punkte sein) an den Aussenkanten der Schwanzflosse. Solange dieser Saum bei den Eltern noch deutlich erkennbar ist, kann bei den Nachkommen auch noch mit entsprechend gutem Nachwuchs gerechnet werden. Ein weiteres Erkennungsmerkmal für mehrfaches Nachziehen im Aquarium ist die Verschiebung des unterständigen Mauls zur Mitte hin.